Landkreis informiert über Ortsumfahrungen
Unternehmerfrühstück im Café Crumbles
Neuigkeiten aus Stadt und Landkreis sind beim Ochsenhauser Unternehmerfrühstück im Mittelpunkt gestanden. Stadtverwaltung und Gewerbeverein laden regelmäßig zu diesem Format ein, dieses Mal ins Café Crumbles. Während Bürgermeister Philipp Bürkle wichtige Ochsenhauser Themen in den Blick nahm, ging Gunnar Volz, Leiter des Straßenamts des Landkreises Biberach, auf den aktuellen Stand der geplanten B-312-Ortsumfahrungen ein.
Die seit Jahrzehnten geplanten Ortsumfahrungen sollen Ringschnait, Ochsenhausen, Erlenmoos und Edenbachen vom Durchgangsverkehr entlasten. Gunner Volz berichtete beim Unternehmerfrühstück, dass im vergangenen Jahr mit der Abstimmung des Grobentwurfs ein wichtiger Meilenstein erreicht worden sei. In diesem Verfahrensschritt werde unter anderem festgelegt, wo es Anschlussstellen und Überholmöglichkeiten gebe. Anschließend werde der Vorentwurf ausgearbeitet, der mit einem „Gesehenvermerk“ in der Stufe der Genehmigungsplanung münde.
Der von Volz vorgestellte grobe Zeitplan sieht jenen Vermerk bis Ende 2026 oder Anfang 2027 vor. Nach dem Planfeststellungsverfahren (2027/28) könnte dann im Jahr 2029 die Ausführungsplanung folgen und schließlich Ausschreibung und Bau ab 2030/31. Ab der Ausführungsplanung übergibt der Landkreis die Zuständigkeit an das Regierungspräsidium. Die Kosten für die Ortsumfahrungen liegen Stand 2024 bei geschätzten 130,6 Millionen Euro – zehn Jahre zuvor waren es noch 72,5 Millionen Euro. Diese Entwicklung, so Gunnar Volz, sei vor allem auf die Steigerung des Baupreisindexes zurückzuführen.
Mit Zahlen konnte auch Bürgermeister Philipp Bürkle aufwarten. Bereits beim Unternehmerfrühstück im Herbst hatte er auf die schwierige finanzielle Lage vieler Kommunen hingewiesen. Nachdem in Ochsenhausen bei der Aufstellung des Haushaltsplans für das laufende Jahr ein planerisches Minus von mehr als fünf Millionen Euro gestanden sei, habe reagiert werden müssen. Eine Haushaltsstrukturkommission habe Einsparungen in Höhe von 3,5 Millionen Euro ausfindig gemacht.
Bürkle führte aus, dass Projekte wie die noch nicht abgeschlossene LED-Umrüstung der Straßenbeleuchtung nun erstmal warten müssten. Mehreinnahmen erziele die Stadt über Erhöhungen. „Die Grundsteuer ist hier das prominenteste Beispiel.“ Auch im Bildungs- und Betreuungsbereich liege ein Schwerpunkt. Trotz dieser Maßnahmen, die Verwaltung und Gemeinderat schwergefallen seien, sei der Haushalt immer noch im Minus. „Das ist nicht gut, aber aus unserer Sicht zumindest in Ordnung.“ Die anstehenden großen Projekte, allen voran im Bildungsbereich, könnten in weiten Teilen über Fördermittel finanziert werden. Dazu zählen der Campus Kapf und der Campus Herrschaftsbrühl, wo in den nächsten Jahren fast 18 Millionen Euro investiert werden.
Bereits am Laufen sind die Bauarbeiten in der Reinstetter Ortsdurchfahrt, derzeit wird die Eichener Straße saniert. Auch am Starkregen- und Hochwasserschutz sei die Stadt weiter dran, so das Stadtoberhaupt. Untersuchungen hätten gezeigt, dass zum Schutz von Ochsenhausen zwei Rückhaltebecken oberhalb der Stadt an der Rottum notwendig seien. „Die Nutzen-Kosten-Untersuchung ist positiv, wir sind im förderfähigen Bereich.“ Gebaut werde voraussichtlich in den 30er-Jahren. Die Genehmigungs- und Planungsprozesse würden diese Zeit in Anspruch nehmen.
Gewerbevereinsvorsitzender Oliver Schiele machte nochmals auf das Ochsenhauser Gutscheinsystem aufmerksam. Der oha!-Gutschein wurde vor gut einem Jahr durch die oha!-Card ergänzt. Diese ist speziell für Unternehmen konzipiert, die ihren Mitarbeitenden zusätzliche Benefits – beispielsweise den monatlichen Sachbezug von bis zu 50 Euro – zukommen lassen möchten. Die Kunststoffkarte wird den Mitarbeitenden ausgehändigt und durch den Arbeitgeber über ein Portal aufgeladen.
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